
Noch nicht
(Hommage á Hopkins),
1996.
250 x 200 cm

Caspar,
1993.
260 x 200 cm

Figur Rot Blau,
1996.
250 x 180 cm

Wörter mit Schlamm gefüllt,
Wörter mit Wehen geschmückt,
1999
250 x 180 cm

Hermaphrodit,
1997
250 x 180 cm

Wörter mit Schlamm gefüllt,
Wörter mit Wehen geschmückt,
1999
250 x 180 cm
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WALTER STÖHRER
Maleri/Malerei
1.April - 21. Mai 2000
Sønderjyllands Kunstmuseum, Dänemark
Am Samstag, den 1. April 2000 um 14.00 Uhr wird eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Walters Stöhrer im Sønderjyllands Kunstmuseum im dänischen Tondern eröffnet. Damit wird ein Ausschnitt aus dem Werk Walter
Stöhrers, der zu den
bedeutendsten Malerpersönlichkeiten Deutschlands in den letzten Jahrzehnten gehört, erstmals in einer umfangreichen Einzelausstellung in Dänemark gezeigt.
Walter Stöhrer gehört mit seiner spontanen und auf Improvisation beruhenden, gesturalen Malerei zu den rebellischen Einzelgängern im bundesrepublikanischen Kunstbetrieb. Nach dem Studium an der Karlsruher Kunstakademie bei dem Zeichner und Holzschneider HAP Grieshaber zieht er 1959 nach Berlin und entwickelt eine
Gegenposition zum Werk seines Lehrers. Auf Grieshabers statische Bildarchitektur antwortet er mit einem freien Zusammenspiel von Schrift, Zeichnung und Malerei. Die
verschiedenen Elemente werden verquirlt, dass die Fetzen fliegen und es entsteht ein
bildnerischer Kosmos, der von ständiger Lebensunruhe, von Lebensangst und vom Rausch überwältigender Lebensbegierde zeugt. Dabei wird eine vielfältige und intensive
Auseinandersetzung mit verschiedenen Kunstpositionen erkennbar: Asger Jorn und dessen
COBRA-Freunde, Dubuffets “art brut” und deren Nährboden, Kinderzeichnung und die Kunst der Geisteskranken. Hinzu kommt der Surrealismus vor allem in seinen
literarischen Manifestationen (André Breton), sowie Anklänge an das europäische Informel und den Amerikanischen Abstrakten Expressionismus.
Walter Stöhrers Bilder sind Kraftfelder bildnerischer Abläufe, Überschneidungen,
Konfrontationen, Dialoge, die ihre im Malprozess befreite Energie einbringen und ausleben können, dürfen, sollen. Stöhrer beginnt seine Bilder häufig mit der Niederschrift von Literaturzitaten, die sich der Lektüre von
Breton, Brinkmann, Unica Zürn und anderen, zuletzt vom syrischen Dichter mit dem Pseudonym Adonis verdanken. Die Handschrift des Malers ist dabei mehr als nur die optische Setzung des Anfangs, denn sie legt
zugleich auch den geistesgeschichtlichen Boden aus, auf dem er steht, und den es bekenntnishaft in Linie und Farbe einzubetten gilt.
Handwerklich liegen schon darin besondere Schwierigkeiten, dass die Bilder zügig, d.h. energisch gemalt sein müssen und dass verschiedene Farbschichten übereinander gelegt werden bei Beibehaltung einer optimalen Durchsichtigkeit bis auf den Bildgrund. Seit der Künstler in Scholderup bei Schleswig lebt und arbeitet, hat er die Helle und Transparenz seiner Bilder noch steigern können, indem er große Anteile des weißen Bildgrundes
offen stehen ließ. Die Bilder haben dadurch an optischem Reichtum und an Spannung gewonnen, nicht zuletzt dadurch, dass die Figurationen durch das “Freistellen” auf dem Bildgrund an Kontur gewonnen haben. Aber Walter Stöhrers Zeichnen und Malen ist unverändert von einer pochenden Unruhe erfüllt und nichts deutet darauf hin, dass sein unverwechselbarer orgiastischer Malgestus sich in Wiederholungen erschöpft hätte.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Jens Christian Jensen, Ottmar Bergmann und Norbert Weber. Der Katalog wurde vom Ministerium für Bildung,
Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein gefördert, während das Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart die Logistik des
Ausstellungsunternehmens unterstützt hat.
Für weitere Informationen steht Dr. Thorsten Sadowsky, Sønderjyllands Kunstmuseum,
Tlf. +45 7472 2657 zur Verfügung.
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